VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Annika  |  Chantal  |  Charlotte  |  Feli  |  Franzi  |  Fritz  |  Hanna  |  Laura H  |  Laura M  |  Lena  |

Lina  |  Maida  |  Mareike  |  Matthis  |  Merlit  |  Miri  |  Paul  |  Pauly  |  Rebekka  |  Renke  |  Tabea  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Vom Lieben und Sterben und anderen Dingen

Autor: Pauly | Datum: 01 Oktober 2017, 16:50 | 2 Kommentare

Ich bin jetzt ziemlich genau einen Monat hier. Und hatte bisher nur zwei normale Sonntag-morgens-Gottesdienste. Dafür fünf Beerdigungen und eine Hochzeiten. Vor Namibia war ich in meinem ganzen Leben nur auf zwei Beerdigungen, an die ich mich erinnern kann. Ob hier mehr Leute sterben? Nein, das denke ich nicht. Ich denke nur, dass wir in Deutschland den Tod möglichst gut ignorieren und gar nicht wirklich mitbekommen, wenn jemand stirbt, solange es niemand aus der näheren Familie ist. Das ist hier anders, die Beerdigung ersetzt den normalen Gottesdienst am Sonntag und die ganze Gemeinde ist mit den Angehörigen dabei. Zur Beerdigung der Großmutter vom Pastor (sie ist im übrigen 98 geworden, soviel zu hier sterben mehr Leute) sind wir sogar über 500 km gefahren. Ich mag diese Haltung. Der Tod gehört schließlich irgendwie dazu.

Die Hochzeit war gestern. Also der offizielle Part mit kirchlicher Trauung und Essen, aber der traditionelle Teil läuft schon die ganze Woche. Wie zum Beispiel die spielerische Eroberungung des Hauses der Ehefrau, bei der alle Verwandten der Frau weiße Flaggen schwenken und der Mann und seine Freunde mit einem lauten Autokorso angerast kommen. Oder die Schlachtung mehrerer Ziegen, eines Schafes und einer Kuh. Ich kann jetzt übrigens einen Schaafskopf enthaaren.

Ich hab mal eine Liste angelegt mit Dingen, die ich hier lerne, um mir das am Ende des Jahres nochmal anzugucken. Und vielleicht ist das für euch ja auch ganz interessant. Fleischbällchen zubereiten. Ein traditionelles Namakleid selbst nähen. Höflichkeitsfloskeln in KKG und Africaans. Rote Beete Zubereitung vom Beet bis zum Magen. Ein komisches Klatschspiel, dessen Sinn ich nicht ganz verstehe. Einen Schaafskopf enthaaren. Nur mit Löffel/Gabel und Händen essen und mich dabei nicht einsauen. Auf KKG bis zehn zählen. Auf der Hand Waschen. Brot im Ofen, in Fett und auf dem Feuer. Perfekte Brötchen formen (das ist nicht so leicht). Und noch ziemlich viel mehr, was sich aber nicht so leicht for´mulieren lässt, weil es keine praktischen Tätigkeiten sind.

 

 

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

  1. 1. Cordula Magdeburg  |  26 Oktober 2017, 10:38

    Hallo Pauly,
    ich bin die Tante Cordula, von der Du bestimmt schon gehört hast, die Schwester von Deinem Vater. Ich habe Deinen Aufenthalt in Afrika bis jetzt nur über einige Infos verfolgt und freue mich, dass ich Dich auch persönlich erreichen kann. Nachdem ich nun weiß, dass Du Dich mit Kindern beschäftigst und dabei auf kein Spiel- oder Malzeug oder ähnliches zurückgreifen kannst, habe ich mir (und Susanne meine Tochter) überlegt, ob und wie wir Dir KKdabei etwas helfen können. Ich denke, dass es wenig Sinn macht etwas zu schicken, da der Versand beiweitem den Wert der Sachen übersteigt. Besteht nun die Möglichkeit Geld zu überweisen, damit Du evtl. Sachen vor Ort kaufen kannst?

    Lass mal von Dir hören, ich würde mich sehr freuen.

    Liebe Grüße, auch wenn wir uns nicht so kennen aus Köln sendet Dir Cordula

  2. 2. Pauly  |  20 Dezember 2017, 15:53

    Liebe Tante Cordula,

    danke für dieses liebe Angebot! Und es stimmt, wir sind hier nicht so gut ausgestattet wie eine Privatschule in Deutschland oder vergleichbares, aber wir kommen hier recht gut zurecht und haben auch Malzeug für die Kinder. Aber meine Mutter hat mir auch deine Handynummer geschickt, ich schreib dir auch nochmal privat.

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype